Olitätenwege führen durch die Gemarkung der Ortschaften des Thüringer Kräutergartens, der mit einer Länge von 25 km und einer Breite von 10 km eine Fläche von 250 Quadratkilometern umfaßt. Dieser Apothekergarten der Balsamträger liegt beiderseits des Mittellaufes der Schwarza und wird im Norden von der flachen Mulde der Rinne begrenzt, im Osten einer ungefähren Linie Deesbach - Meura, Döschnitz, im Süden von der Meuselbacher Kuppe und im Westen vom Langen Berg. In diesem "Thüringer Kräutergarten" wachsen auch heute noch eine Vielzahl von Heil- und Gewürzkräutern in der freien Natur, aus denen bereits vor 300 Jahren Naturheilmittel hergestellt wurden. Olitäten sind alle Art von Ölen, Essenzen und wohlriechenden Wässerchen etc., die in unseren Waldgegenden als Arzneimittel und Parfümerien fabriziert und von den Olitätenhändlern, auch Buckelapotheker genannt, in den Handel gebracht wurden.(Meyers Lexikon, Bd. 132, von 1887). |
Die Olitätenhändler wurden auch als Medizinmänner des Thüringer Waldes bezeichnet. Sie machten Thüringen durch den deutschland- und europaweiten Vertrieb, der von den Laboranten hergestellten Heilmittel Thüringens, einst weithin bekannt. Hier an den Olitäten(wander)wegen des Kräutergartens kann der Besucher aber auch noch andere gebietstypische Gewerbe und Sehenswürdigkeiten, ebenso wie traditionelles Brauchtum sowie Kultur und Natur eines romantischen Mittelgebirges pur erleben. Auf Anregung des Fördervereins Olitätenwege im Thüringer Kräutergarten e.V. wurde am 13. Oktober 1996 der erste Abschnitt der Wanderwege in Döschnitz eingeweiht. Die Schwarzatalroute als Haupttrasse wurde in den letzten Jahren 1996/97 mit einer grünen fünfblättrigen Blüte auf weißen Grund markiert und mit Wegweisern (Aufschrift Olitätenweg und einem stilisierten Buckelapotheker auf weißer Blüte) ausgeschildert. |